9. Bundesweite Glaserfachtagung in Hannover

vom 27. bis 29.09.2017

 Nun haben sich die Glaserlehrer Deutschlands in Hannover an der BBS 3 getroffen.

In inzwischen schöner Tradition hatten wir am Mittwoch nach vielfältigster Anreise ein zwangloses Opening in einer altstädtischen Lokalität. Es wurde festgestellt, man kennt sich, man mag sich. - Wie war die Anreise? - Was gibt es Neues?

Am Donnerstag gab´s nach netter Begrüßung durch die hannoverschen Gastgeber nebst Schulleiter Neuigkeiten zu "schaltbarem Glas" und zu modernen, keine Wünsche offen lassenden Kunststofffenstern "made in germany". Nach diesem Futter für den Kopf und anschließender Speise für den Leib kam der pädagogische Input einschließlich Anwendung, Festigung, Wiederholung und Reflexion! Und zwar im Seilgarten Hannover im Erlebnishof WAKITU.

 (Bild 1, Bildunterschrift "Deckblatt Werbeflyer Seilgarten Hannover")

 Das ist ein trägerübergreifendes Kooperationsprojekt von Jugendarbeit und Schule und das Besondere für uns ist, dass die Trainer dort Kollegen der BBS 3 sind. Von Kollege zu Kollegen erfuhren wir am eigenen Leib Kompetenzentwicklung bezüglich Fach-, Selbst- und Sozialkompetenz. Nahezu alle Klassen der BBS 3, v.a. die "Schwierigen" durchlaufen ein solches Training. Die Erfahrungen mit den Jugendlichen sind sehr positiv in Richtung Herausbildung einer offenen, aktiven und leistungsbereiten Schülerpersönlichkeit. Das Rezept dabei ist das unmittelbare Erleben und die sofortige Rückmeldung in der Gruppe sowie die pädagogische Begleitung der Trainer/ Lehrer. Danke auch an die Glaserinnung Niedersachsen, die uns als Sponsor  diese Erfahrung machen ließ.

Am Abend wurde natürlich wieder hinreichend nachbetrachtet und ausgetauscht. Diesmal in einem in Hannover nicht seltenen türkischen Restaurant mit Gerichten aus dem Holzofen.

Am letzten Tag präsentierte die BBS 3 ihr Zentrum für energieeffiziente Bau- und Gebäudetechnik.

 Dazu wurden auf dem Dach der Schule drei Pavillons errichtet: einer im Passivhausstandart, einer als Bestandsbau mit Sanierungsmaßnahmen und energetischer Ertüchtigung sowie einer mit Baumängeln jeder Art. Bei letzterem erlebten wir einen Blower- Door- Test und sahen, wie Rauch jegliche Leckagen offenlegte.

 

 (Bild 2, Bildunterschrift "Deckblatt Werbeflyer des BBS 3")

 Dann gab es noch einen Eisschrank (-22,7°C) mit vier in der Tür eingebauten Verglasungen nebst Messfühlern: Einfachglas, Thermopane der 80er Jahre, Isolierglas mit Beschichtungen und heutiges Dreifach- MIG.

 

 (Bild 3, Bildunterschrift "Durch Leckagen geht der Rauch")

BEGREIFbar sind die Unterschiede wahrzunehmen! Wegen der sich ständig bildenden Eispanzer auf der Einfachscheibe muss z. B. der Gefrierschrank regelmäßig ausgeschaltet und abgetaut werden, während auf der Dreifach- MIG sich nicht mal Schwitzwasser bildet!!

Daneben stand in einem Klassenraum noch die Be- GREIF- BAR, bei der Dämmstoffe angefasst und zugeordnet werden können.

 

 Bild 4, Bildunterschrift "Fensterglastest- Eisschrank")

Zu guter Letzt informierte noch Herr Möhle als Geschäftsführer der Landesglaserinnung Niedersachsen zum Stand der Novellierung des Glaserberufes: Nach Gesprächen bei den oberen Bildungsplanern der Glaser ist momentan noch eine vierte Fachrichtung avisiert. Der

Fahrzeugglastroniker kommt zum

Glasarttroniker, dem

Glastroniker und dem

Fenstroniker dazu!

Der Antrag auf Zustimmung der Sozialpartner ist gestellt und nach deren Bestätigung sollen dann Wirtschaft, Handel und die berufsbildenden Schulen mit ins Boot geholt werden, um die konkreten Ausbildungsinhalte für dreieinhalb Ausbildungsjahre zu fixieren. Neben dem zeitlichen Aspekt gibt es dann noch das Problem, dass alle Ausbildungsbeteiligten kräftig investieren müssen. Und wie verhält sich das Elektrogewerbe dabei?

 So konnten wir also auf dieser 9. Glaserfachtagung wieder viel erfahren und mitnehmen. Wir haben jetzt ein Jahr, mit diesen Anregungen umzugehen und freuen uns auf die 10. GFT vom 26. bis 28.09.2018 in Tübingen.

 

Uwe Krabs

   
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